FELDENKRAIS

 

Sie werden fühlen, dass sie wissen, was zu tun ist.

 

Lernen ist gesünder, als Patient zu sein, oder sogar als geheilt zu werden.
Leben ist kein Ding, sondern ein Prozess.
Prozesse aber gehen gut, wenn es viele Wege gibt, sie zu beeinflussen.
Um das zu tun was wir möchten, brauchen wir mehr Wege als nur einen, den wir kennen
— mag er auch an sich ein guter Weg sein.

Moshe Feldenkrais, Die Entdeckung des Selbstverständlichen, Suhrkamp TB

Moshe Feldenkrais

Sie werden fühlen, daß sie wissen, was zu tun ist.

Dr. Moshe Feldenkrais (1904-1984) gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.
Seine Methode basiert auf einer in diesem Maße nur dem Menschen eigenen Fähigkeit, sich selbst sein ganzes Leben lang weiterzuentwickeln, zu lernen. Das beste Mittel dazu ist seiner Meinung nach Bewegung, die ohne Anstrengung, aber mit Aufmerksamkeit durchgeführt wird. So kann sich der Mensch seiner Gewohnheiten gewahr werden und erlangt die Freiheit, sich zu bewegen und zu verhalten, wie er es möchte:                                           „Wenn du weißt, was du tust, kannst du tun, was du willst“
In über 40 Jahren behandelte, oder besser: unterrichtete er unzählige Menschen, Gesunde, Behinderte, Musiker, Sportler, in Einzelstunden und Gruppen, gab Interviews und Vorträge auf der ganzen Welt und bildete Menschen aus, diese Methode weiterzugeben. In der Schweiz war er mit Franz Wurm in den 60er Jahre in Radiosendungen zu hören mit Lektionen in Bewusstheit durch Bewegung.
Seinen berühmtesten Fall einer Frau mit Apraxie beschreibt er in seinem Buch „Abenteuer im Dschungel des Gehirns. Der Fall Doris“ (Suhrkamp TB).

Bewusstheit durch Bewegung

Awareness through movement

Kurse in „Bewusstheit durch Bewegung“ finden in Gruppen statt. Jeder Teilnehmer arbeitet für sich, meist am Boden liegend, und erarbeitet in seiner Geschwindigkeit die Lernschritte, die verbal angeleitet werden. Leichte, oft ungewohnte Bewegungen helfen, Bewegungsgewohnheiten zu erkennen und neue Möglichkeiten zu entdecken: die Freiheit der Wahl im Denken, Fühlen und Handeln nimmt zu. Die Teilnehmer berichten häufig von allgemeiner Leichtigkeit, von größerem Bewegungsausmaß, von leichterem aufrechten Gang, besserer Atmung, von verbesserter Lebensqualität.

Funtionale Integration

Functional integration

Bei der funktionalen Integration bewegt der Lehrer mit seinen Händen den Schüler.
Die wörtlich gemeinte „be-Handlung“ geht wortlos vor sich, der Schüler ist ganz beim Hören auf sich selbst.
Schüler deshalb, weil die zentrale Frage ist, was es zu lernen gibt. Nicht die Frage, an was der Mensch leidet wie ein Patient.
Der Schüler versucht also, seine Gewohnheiten wahrzunehmen, die Art und Weise zu erkennen, wie er gelernt hat, sich selbst zu gebrauchen. Im taktilen Dialog mit dem Lehrer entsteht dann ein Suchen nach Varianten, nach Lösungsmöglichkeiten, nach leichteren Wegen. Im Finden von immer mehr Alternativen entsteht die Möglichkeit der Wahl und somit mehr Freiheit im Selbstgebrauch, im Denken, Fühlen und Handeln. Das Selbstvertrauen in die eigene Urteilsfähigkeit und damit die Fähigkeit zu lernen nehmen ebenfalls zu.

Feldenkrais für Musiker

Bei der Feldenkrais- Arbeit kann der Musiker (oder Tänzer oder Schauspieler) das Instrument kennen lernen, das ihm am nächsten ist: sich selbst. Mit leichten, oft ungewohnten Bewegungen und der Lenkung der Aufmerksamkeit wird er sich der eigenen Gewohnheiten gewahr und kann neue Möglichkeiten erforschen, sich selbst zu benutzen. Oft werden körperlche Belastungen oder Schmerzen, die aufgrund von Unklarheiten der Haltung entstanden sind, unnötig. Damit wird der musikalische Ausdruck „selbst- verständlicher“, klarer und leichter und die Wahlmöglichkeit bei der Hervorbringung musikalischer Klänge größer.

Galerie

Einblick aus der Praxis

Literatur